Großeinsatz des THW nach Unwetter in Hamminkeln

Nach schweren Regenfällen drohte der Fluss Issel im Bereich Hamminkeln über die Ufer zu treten. Deiche drohten zu brechen.

Am Freitag den 24.06. um 09.03 wurden die Helfer des THW Wesel von der Kreisleitstelle Wesel alarmiert. In Hamminkeln drohten am Fluss Issel Deiche zu brechen. Der Wasserstand war nach ergiebigen Regenfällen über Nacht stark angestiegen, Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete waren von einer Überschwemmung bedroht.

12 Weseler Helfer machten sich direkt auf den Weg zu den Einsatzstellen, während die Kreisleitstelle Wesel und die Einsatzleitung vor Ort mit Fachberatern des THW Wesel verstärkt wurden. Auch der technische Berater Deich wurde direkt angefordert. Hinzu kam noch die Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen des THW Dinslaken, die mit Ihrer Havarie-Pumpe (15.000 l/m) Pumparbeiten an der Issel in Hamminkeln aufnahmen. Im Laufe des Freitagnachmittags trafen weitere 15 Helfer vom THW Moers zur Unterstützung an den Einsatzstellen ein.

An den Einsatzstellen bildeten sich schnell gemischte Teams aus Feuerwehr und THW, die Sicherungsarbeiten an den Deichen und an der Kläranlage vornahmen.

Gegen Nachmittag wurde an der Unterkunft des THW Wesel für ankommende Einheiten ein Bereitstellungsraum eingerichtet. Von dort aus ging es nach einer kurzen Pause und einer warmen Mahlzeit, zubereitet und ausgegeben vom Malteser Hilfsdienst, in den Einsatz. Zeitgleich waren die Feuerwehrbereitschaft 2 und Feuerwehrbereitschaft 3 mit fast 300 Einsatzkräften und ca. 60 Fahrzeugen bei uns auf dem Gelände.

Damit die Arbeiten in der Nacht fortgeführt werden konnten, wurden gegen Abend die Beleuchtungsgruppen aus den Ortsverbänden Bocholt, Moers, Dinslaken und Oberhausen in den Einsatz gerufen. Diese machten in den Einsatzabschnitten bis in den Morgengrauen die "Nacht zum Tag".

In den Abendstunden sagten die Wettervorhersagen für die Nacht für den Bereich Hamminkeln Regen voraus, daraufhin wurde zur Erhöhung der Kapazitäten die Sandsack-Füllstation vom THW Mülheim angefordert.

Für die Morgenstunden zeichnete sich ein bevorstehender Personalengpass ab; abrückende Feuerwehr-Bereitschaften konnten kurzfristig nicht durch andere Feuerwehr-Bereitschaften ersetzt werden, da diese im Nachbarkreis Borken im Einsatz waren.  Somit wurden über die THW-Geschäftsstelle Wesel weitere 100 THW-Kräfte angefordert. Diese trafen im Laufe der Nacht aus den Ortsverbänden Kleve, Geldern, Moers, Oberhausen, Essen und Gelsenkirchen ein und die lösten Feuerwehreinheiten ab.

Gegen 05.00 Uhr Samstagmorgen wurde vom Deutschen Wetterdienst Entwarnung gegeben; Wetterumschwung, kein weiterer Starkregen für den Bereich Hamminkeln gemeldet. Auch die Pegel der Issel stagnierten bzw. gingen langsam zurück.

Nach einer letzten Begehung der kritischen Einsatzstellen der vergangenen Nacht durch den technischen Berater Deich und den Fachberater THW wurden die Ergebnisse zusammen mit der Einsatzleitung ausgewertet und der Einsatz gegen 11.00 Uhr für vorläufig beendet erklärt.

Insgesamt waren in Hamminkeln ca. 170 Helfer aus den THW Ortsverbänden Essen, Gelsenkirchen, Mülheim, Bocholt, Dinslaken, Geldern, Kleve, Moers, Oberhausen und Wesel im Einsatz.

Text: Marco Koep


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